Die 68er Jahre Es gab nicht nur Demos-NEUES BUCH

68 – Es gab nicht nur Demos Mit Texten von Ursula Eisenberg („68“ und der Sumpf einer Bildungsbürgerfamilie), Sigi Hirsch (Meine Begegnung mit Günter Grass), Dieter Lenz (Der Buchladen), Marianne Müller-Brettel (Zimmersuche 1968), Harald Schmid („Kannst du schreiben, Kumpel?“ oder Wie man einen Arbeiterschriftsteller macht) und 10 Abbildungen 108 S., 11,5 x 18 cm, Softcover, 9,80 € Bestellungen im Shop Aus dem Vorwort: Revolution war das zündende Wort. Es hatte verschiedene Zusätze. Ich mochte vor allem das: Revolution ist ein Spaß. Ist Lust. Ist Leben. Auf jeden Fall das Ende der Adenauerzeit mit ihrer Verklemmung, Verlogenheit, doppelten Moral, der Wut auf Andersdenkende. Wer anderer Meinung war, wurde angeschrien: Dann geh doch nach drüben. Ich ging nach Westberlin. Zur Zeit Rudi Dutschkes. Die deutsche Zukunft, dach¬te ich, wird sich hier entscheiden, sonst nirgends. Und hier kannst du mitmischen in der außerparlamentarischen Opposition. Im Bundestag gab es ja keine Opposition. Also auf die Straße, Leute! Und sie kamen, die Studen ten, junge Arbeiter, Angestellte, Kriegsdienstver¬weigerer, überhaupt Verweiger jeder Art. Sie blockierten den Verkehr, besetzten Säle, Häuser, sie eroberten die Halbstadt, den Leuchtturm des Kapitalis¬mus. Die Altein gesessenen hatten es längst kapiert, noch vor den Politikern, und kippten aus den Fenstern Wasser auf die De¬monstranten. Die Polizei mit ihren Wasserwerfern kam dazu. Half nichts. Der Zug entflammter junger Menschen ging weiter. Und ich darunter. Aber am schönsten, am herrlichsten war die Zeit nach den Demos, wenn man zusammenhockte auf Kisten, Matratzen, bei Rotwein und Kerzenlicht, und heftig diskutierte. Im Hintergrund die Stimmen von Joan Baez, Bob Dylan, Wolf Biermann, Franz Josef Degenhardt oder die Musik von Theodorakis. Da war man am Ziel. Da war man der neue Mensch. So fühlte es sich an, damals. Dieter Lenz 68 – Es gab nicht nur Demos Mit Texten von Ursula Eisenberg („68“ und der Sumpf einer Bildungsbürgerfamilie), Sigi Hirsch (Meine Begegnung mit Günter Grass), Dieter Lenz (Der Buchladen), Marianne Müller-Brettel (Zimmersuche 1968), Harald Schmid („Kannst du schreiben, Kumpel?“ oder Wie man einen Arbeiterschriftsteller macht) und 10 Abbildungen 108 S., 11,5 x 18 cm, Softcover, 9,80 € Bestellungen im Shop Aus dem Vorwort: Revolution war das zündende Wort. Es hatte verschiedene Zusätze. Ich mochte vor allem das: Revolution ist ein Spaß. Ist Lust. Ist Leben. Auf jeden Fall das Ende der Adenauerzeit mit ihrer Verklemmung, Verlogenheit, doppelten Moral, der Wut auf Andersdenkende. Wer anderer Meinung war, wurde angeschrien: Dann geh doch nach drüben. Ich ging nach Westberlin. Zur Zeit Rudi Dutschkes. Die deutsche Zukunft, dach­te ich, wird sich hier entscheiden, sonst nirgends. Und hier kannst du mitmischen in der außerparlamentarischen Opposition. Im Bundestag gab es ja keine Opposition. Also auf die Straße, Leute! Und sie kamen, die Studen ten, junge Arbeiter, Angestellte, Kriegsdienstver­weigerer, überhaupt Verweiger jeder Art. Sie blockierten den Verkehr, besetzten Säle, Häuser, sie eroberten die Halbstadt, den Leuchtturm des Kapitalis­mus. Die Altein gesessenen hatten es längst kapiert, noch vor den Politikern, und kippten aus den Fenstern Wasser auf die De­monstranten. Die Polizei mit ihren Wasserwerfern kam dazu. Half nichts. Der Zug entflammter junger Menschen ging weiter. Und ich darunter. Aber am schönsten, am herrlichsten war die Zeit nach den Demos, wenn man zusammenhockte auf Kisten, Matratzen, bei Rotwein und Kerzenlicht, und heftig diskutierte. Im Hintergrund die Stimmen von Joan Baez, Bob Dylan, Wolf Biermann, Franz Josef Degenhardt oder die Musik von Theodorakis. Da war man am Ziel. Da war man der neue Mensch. So fühlte es sich an, damals. Dieter Lenz Mit einem Text von mir "Meine Begegnung mit G. Grass und zwei weitere Autoren schreiben etwas über mich